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Die Kunst der Kaffeepause

Kaffee ist der Saft des Lebens. Wenn es dir wie uns geht, kannst du nicht einmal die erste E-Mail des Tages beantworten, ohne einen tiefen Schluck des braunen Elixiers. Die Kaffeemaschine in der Office Küche ist also von allerhöchster Bedeutung. Wir haben dir eine Liste aller Maschinen zusammengestellt, damit du in Zukunft weißt, woran du bist.


Die Red Flag


Eigentlich kann man diesen ersten Eintrag nicht als Kaffeemaschine bezeichnen. Die Rede ist natürlich vom Instantkaffee. Praktisch kann dir nichts Unmenschlicheres passieren. Im schlimmsten Fall wirst du noch jedes Mal, wenn du dir eine wässrige und geschmacklose Portion zubereitest, genötigt, 50 Cent in die Kaffeekasse zu schmeißen. Wenn dir beim nächsten Vorstellungsgespräch eine Tasse Granulat-Kaffee angeboten wird: Renn. Wenn du schon in einem Büro gefangen bist, in dem der Instantkaffee zum Standardrepertoire gehört, ist es Zeit für die Kündigung.


 

Quantität statt Qualität


Der Vollautomat ist im Vergleich zum Instantkaffee natürlich erst mal ein Schritt in die richtige Richtung. Mit dieser Maschine kannst du dir per Knopfdruck – vom Latte Macchiato bis zur heißen Schokolade – dein Lieblingsheißgetränk im Nullkommanichts in deinen Becher gießen lassen. Mit ein bisschen Glück kann dein Automat sogar selbständig Milch aufschäumen. Aber der Kaffee an sich ist natürlich höchstens ein müder Kompromiss. Du bekommst hier nicht mal echten Filterkaffee, weil der Vollautomat kein Filtersystem hat, sondern das Wasser durch das Kaffeepulver „drückt“. Gleichzeitig ist der Wasserdruck nicht hoch genug, um hier von einem Espresso sprechen zu können. Dafür ist die Maschine vollautomatisiert und idiotensicher. Selbst die Vorgesetzen, die normalerweise die Werkstudent*innen zum Kopieren zwingen, weil sie das Gerät selbst nicht bedienen können, werden sich mit dem Vollautomaten einen halbwegs guten Cappuccino zubereiten können.


 

Old reliable


Manager-Typen in weißen Hemden werden natürlich mit den Augen rollen, wenn du ihnen einen Filterkaffee anbietest, aber davon dürfen wir uns nicht beeinflussen lassen. Mit dem Filterkaffe haben wir eine bescheidene, aber hart arbeitende Kaffeemaschine vor uns. Und wir müssen schon zugeben, dass wir das gute alte Stück durchaus romantisieren. Jedes Mal, wenn das gesamte Büro von frisch aufgebrühtem Kaffeegeruch erfüllt ist, müssen wir an die Sonntagnachmittage unserer Kindheit bei unseren Großeltern mit Kaffee und Kuchen denken. Aber die Vorteile einer Filtermaschine liegen nicht nur in der Nostalgie. Die Maschinen sind meistens super cheap, richtig einfach zu bedienen und du kannst trotzdem gleichzeitig mehrere Tassen brauen. Wenn du nicht vorsichtig bist, wird der Kaffee manchmal ein bisschen bitter. Aber das passiert eigentlich nur Anfängern.


 

Der Barista


Die Siebträgermaschine hält sich für was Besseres, das merkt man sofort. Meist verchromt, immer abartig teuer. Aber wenn man den Preis stemmen kann, wird man nur schwer eine bessere Kaffeemaschine finden. Eigentlich ist der Siebträger eher eine Espressomaschine, aber mit einem ordentlichen Espresso hast du schon die Basis für jede Kaffeespezialität geschaffen. In der Regel kannst du mit Siebträgern auch direkt Milch aufschäumen und dir dann so alles zubereiten, was dein Herz begehrt. Um das Baby bedienen zu können, brauchst du aber schon eine gewisse Portion Vorwissen. Schon das Tampern, also das Feststampfen des Kaffeepulvers im Siebträger, ist eine Wissenschaft für sich. Und du wärst bestimmt auch nicht die erste Person, die das regelmäßige Scheitern beim Milchaufschäumen in den Wahnsinn treibt. Das Gefühl, eine Siebträgermaschine souverän zu bedienen, ist aber unbeschreiblich: Während du mit festem Griff die unzähligen Hebel bedienst und den perfekten Milchschaum zauberst, zischt die Maschine dampfend vor sich her. Instantkaffee-Granulat in eine Tasse lauwarmes Wasser rühren, wirkt da schon ein bisschen anders, oder?


 

Die Befreiung


Emanzipier dich von der Büroküche. Was gibt’s überhaupt in der Küche zu holen? Trockenen Geburtstagskuchen und schlechten Small Talk. Wir wollen, wir brauchen aber Koffein. Ohne Umwege. Da ist die French Press eigentlich die einzig angebrachte Lösung. Eine Faust voller Kaffeepulver in die Kanne gedonnert und schnell mit kochendem Wasser aufgegossen. Schon kannst du wieder aus der Küche flüchten. Eine Minute. Rein und raus. Nachdem du dein Heißgetränk ungeduldig beim Ziehen beobachtet hast, kannst du einfach das Sieb runterdrücken und hast hochwertig gebrühten Kaffee auf dem Tisch. Der riesige Vorteil dabei? Die Kanne steht auf deinem Tisch und nur auf deinem Tisch. Lästige Kolleg*innen erkennen nach einem Blick in dein zuckendes, verschwitztes Gesicht, dass sie es gar nicht erst versuchen müssen, sich eine Tasse zu schnorren. Du bemerkst unbeeindruckt, dass du bestimmt seit fünf Minuten nicht mehr geblinzelt hast, greifst nach der Kanne und schenkst dir zitternd die siebte Tasse ein. Du warst noch nie so wach, die Farben nie so bunt. Dass du im Stundentakt für fünf Minuten ins Koma fällst, bemerkst du kaum. So lässt es sich arbeiten.

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